Sail4One Team beim Business Cup 2017

Eine Crew bestehend aus drei Seglern und drei Regatta-Neulingen übernimmt Samstagabend in Sukosan eine Bavaria Cruiser 45 für die Einheitsklasse. Ein paar Trainingsschläge zum Eingewöhnen wären nicht schlecht – aber der Wind lässt uns im Stich, daher müssen wir zur Registrierung nach Biograd motoren. Doch für die restliche Woche ist perfektes Segelwetter angesagt.

 

Am Sonntagvormittag findet noch das Auftaktrennen, das „Jose Carreras Yachtrace“, zu Gunsten von Leukämie-Patienten statt. Wir leisten eine Spende und beschließen das Race als Training mitzufahren. Jose Carreras ist auf einer anderen Cruiser 45 als Crewmitglied mit von der Partie.

 

Unser Schiff will einfach nicht so richtig ins Laufen kommen,

ein telefonischer Tipp von Wolfi Stumberger hilft:  „Habt ihr eigentlich einen Falt-Propeller?“  Na klar – bei „Motor aus“ Retourgang rein und Propeller blockiert, wie immer …

Ein Tauchgang beim abendlichen Badestop belehrt uns eines Besseren – und unser Schiff segelt von da an mit Schraube im Leerlauf und läuft  dann doch um Einiges flotter als zuvor J

 

 

Am Montag geht es mit Vollgas in die ersten Wettfahrten. Beim Start und bis zur ersten Luvtonne sind wir immer bei den Ersten dabei – aber warum geht es nicht weiter vorwärts? 

 

Die ersten drei Boote sind einfach viel zu schnell für uns! Die Einheitsklasse ist auch hier leider nicht ganz einheitlich – wieso gibt es andere Segel und neue und deutlich größere Gennaker? Und vielleicht fährt da ja doch noch jemand mit Faltpropeller mit? ;-)Was soll‘s, es gibt keine Ausreden, wir kämpfen trotzdem unverdrossen weiter! Am nächsten Tag gelingen uns vor Pakostane drei wirklich geile Wettfahrten bei Bora – das ist unsere Stärke! Bei jeder Bahnmarke treffen viele Schiffe aufeinander – Kampf mit Messern zwischen den Zähnen und Schweißperlen auf der Stirn.  Um jede Bootslänge und um jeden Meter wird gefightet, das ist absolut nichts für schwache Nerven! Mehr als einmal kommt es beinahe zur Feindberührung.

 

Auf den Downwind-Strecken wird bei über 30 Knoten jeder Fehler doppelt bestraft. Routinierte Crews mit kräftigen Leuten sind hier eindeutig im Vorteil. Die Gegner segeln leider wirklich verdammt stark!

 

Ein großes Glück – denn sie wissen alle genau was sie tun, deshalb kommt es zu keinem einzigen Crash und alle Boote schaffen es unbeschädigt ins Ziel. Wir retten einen sechsten Gesamtrang unter 13 Startern in den letzten Wettfahrttag. Dennoch wird sich unser teils sieggewohntes Team damit nicht zufrieden geben!

 

Am vierten Tag ist Langstrecke angesagt und ab nun wird riskiert – zumindest ein Tagessieg muss her! 

Von Biograd geht’s via Navigationskurs in die Kornaten und wieder retour. Wir runden die Luvbahnmarke wieder auf unserem angestammten 5. Platz – doch jetzt schlägt die große Stunde unseres Taktikers. Er schickt uns weit weg vom Rest des Feldes auf die andere Seite einer Insel – die Chancen stehen gut, vielleicht 40:60 für Sieg oder Niederlage.

Genauso hätte ich es auch gemacht … J

Das Siegerschiff vom Russen Petr Kochnev gewinnt schließlich mit über fünf Minuten Vorsprung durchschnittlich pro Wettfahrt.

 

Fazit: 

Der Business-Cup ist toll organisiert, kein Anstellen bei Freibier oder Buffet, die Qualität der Speisen und Getränke ist überdurchschnittlich hoch. Abends gibt es Kaviar, Tuna-Sashimi und Sekt und runden die Wettfahrten kulinarisch ab.

Die Bavaria Cruiser 45 ist ein komfortables und geräumiges Schiff, das für diese Größe ausgesprochen gut segelt. Die Großschot-Führung ist zwar gewöhnungsbedürftig, macht aber keine Probleme, wenn man sich damit vertraut gemacht hat.

Eine ideale Regatta und perfekte Mischung aus tollem Einheitsklassen-Segeln, Badetörn und gesellschaftlichem Event.

 

Wir werden nächstes Jahr wohl wieder dabei sein!